Hundeleben · miDoggy Parade

[miDoggy Parade] Hundeliebe – so kam Kaya zu uns

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Mein Traumhund? Soll kein Traum bleiben! So oder so ähnlich könnte die Einleitung zu dieser Geschichte lauten.

Hallöchen ihr Lieben! Wir melden uns nach einer mehr oder weniger freiwilligen Pause wieder zurück und hoffen ihr seid uns nicht böse. Passend zu Julia’s neuer miDoggy Parade möchte ich nun noch einmal das Thema aufgreifen, wie genau Kaya ihren Weg zu uns gefunden hat. Es fing dort an, wo in der heutigen Zeit die meisten Liebesgeschichten beginnen – im Internet. Schon lange wünschte ich mir wieder einen Hund und als mein Freund und ich damals endlich zusammengezogen waren, waren die Bedingungen für einen eigenen Vierbeiner endlich passend.

Wir schauten uns in den verschiedenen Tierheimen der Umgebung um, riefen voller Begeisterung für die verschiedensten Hunde an und wurden jedes Mal bitter enttäuscht. Es hagelte eine Absage nach der anderen obwohl so gut wie immer jemand zu Hause, der Hund maximal 4 Stunden alleine wäre und wir in einer Erdgeschosswohnung mit eigenem Garten in unmittelbarer Nähe zum Feld wohnten. All das reichte nicht aus um den Punkt auszuradieren, der jedem Tierheim das wir kontaktierten, ein Dorn im Auge war. Wir sind beide berufstätig. Wie kann man auch nur auf die Idee kommen, sich einen Hund anschaffen zu wollen und gleichzeitig arbeiten gehen?! Asche auf unser Haupt! Die Begründungen für die Absagen waren genauso absurd wie kreativ. Von „Wir haben vergessen die Anzeige für diesen Hund aus dem Internet zu nehmen“ bis hin zu „Ach, wie Schade.. aber der wird morgen Nachmittag abgeholt“ oder „Beide berufstätig? Sie haben doch überhaupt keine Zeit für ein Tier!“ war alles dabei. Davon ließen wir uns aber nicht entmutigen und schauten immer mal wieder auf die Homepages  verschiedenster Tierschutzvereine.

Irgendwann stieß ich über Facebook auf die Website vom Tierschutzverein APRAM auf Teneriffa. Ein kleiner Tierschutzverein, in dessen Zwinger ein kleines Fellbündel saß, in dessen große dunkle Kulleraugen ich mich von einer Sekunde auf die andere schockverliebte. Kaya hieß damals noch Katja. Sie war knapp ein halbes Jahr alt, war so dünn, dass ihre Rippen und ihr Beckenknochen hervorstanden und hatte bereits eine Woche in der Tierklinik hinter sich. Unter ihrem Foto stand ein verhältnismäßig langer Text, in welchem Geschildert wurde wo Kaya mit ihren beiden Geschwistern gefunden wurde und warum sie als einzige der drei eine Woche in der Klinik verbringen musste. Die Kurzfassung: Kaya war die kleinste der drei Welpen, die in einer Schlucht gefunden wurden, dehydriert, ausgehungert und übersäht mit zahllosen Zecken und anderen Parasiten. Diese Umstände hatten sie so geschwächt, dass sie in der Klinik, am Tropf hängend, wieder aufgepäppelt werden musste. Bis heute kann ich nicht verstehen, wie man so herzlos mit solch hilflosen Geschöpfen umgehen kann.

Nachdem wir uns dann von diesem viel zu süßen Foto einigermaßen erholt hatten, rief mein Freund sofort beim Tierschutzverein an, führten ein kurzes erstes Gespräch und vereinbarte einen Termin zur „Vorbesichtigung“. Drei Tage später stand dann eine Mitarbeiterin des Tierschutzvereines vor der Tür, sprach mit uns über Kaya und unsere Erfahrungen die wir bisher mit Hunden gesammelt hatten und schaute sich die Wohnung und den Garten an. Nach gut einer Stunde Besichtigung und Gespräch bekamen wir dann den die nötigen Unterlagen und ich kann meine Freude in diesem Moment bis heute nicht in Worte fassen.  Endlich bekommen wir einen Hund! Das war das einzige was mir die folgenden zwei Wochen durch den Kopf ging, während wir auf Kaya und Kaya auf ihren Flug nach Deutschland wartete.

Am 22. November 2014 durfte Kaya ihren Flug nach Deutschland antreten. 4 Stunden in einer Box im Frachtraum eines Flugzeuges bis ihre Flugpaten sie am Münchner Flughafen wieder in Empfang nehmen konnten. Von Dort aus ging es mit dem Auto in ihre Pflegestelle nach Heppenheim wo sie die nächsten zwei Tage verbrachte, bis wir sie am 24. November – also genau einen Monat vor Heiligabend – endlich abholen durften.
Die Autofahrt kam mir vor wie eine halbe Ewigkeit und es war ein nebliger, verregneter Tag mit Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.  Nach langer Autofahrt klingelten wir bei der Mitarbeiterin des Tierschutzvereins, die auch das Vorgespräch mit uns geführt hatte. Als wir in die Wohnung kamen wuselten drei Hunde um uns herum. Einer davon schüchterner und schreckhafter als die anderen beiden. Dieser kleine Angsthase war Kaya die noch sichtlich mitgenommen vom Flug mehr als durcheinander und überfordert war.

Ich setzte mich zu ihr auf den Boden und gewann schon nach wenigen Minuten ihr vertrauen. Sie kam zu uns und fing an uns zu beschnuppern und auf uns herum zu klettern. Das erste Eis war gebrochen! Wir erledigten den nötigen restlichen Papierkram, zogen ihr ihr neues Geschirr an, ich nahm sie auf den Arm und wir machten uns auf den Weg zurück zum Auto. Kaum draußen fing sie schrecklich an zu frieren, was bei den Temperaturunterschieden und aufgrund ihres nicht vorhandenen Winterfells kein Wunder war. Ich wickelte sie in meine Jacke, nahm sie auf den Schoß und hielt sie – überwältigt von Glück und Freude – warm.

Zu Hause angekommen erkundete sie dann vorsichtig die Wohnung, untersuchte ihre Näpfe und ihr Spielzeug und testete ihr Körbchen. Unser Leben zu dritt konnte beginnen!

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