Hüftdysplasie, Hundeleben

Schockdiagnose: Hüftdysplasie

Hallo ihr Lieben.

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Ich weiss ich habe gesagt, dass es auf dem Blog nicht mehr so ruhig sein wird. Leider konnte ich mein Versprechen nicht halten denn Kaya hat die letzten Monate meine komplette Aufmerksamkeit gefordert. Wieso, weshalb und warum möchte ich euch hier nun erklären. Es fing alles ganz „harmlos“ an als sie Ende Januar das erste mal quiekte also sie aufstand. Wir haben einen Termin beim Tierarzt gemacht, der konnte es sich zunächst nicht erklären weil sie nach diesen einen Abend wieder beschwerdefrei war. Anfang Februar dann aber der nächste Fall. Wieder hatte sie Probleme beim Aufstehen, lief komisch buckelig und winselte. Wenige Tage später ein Termin beim Physiotherapeuten. Es waren zwei Wirbel rausgesprungen – diese wurden wieder eingerenkt und es folgten drei weitere Termine mit Akupunkturbehandlungen. Gleichzeitig gab es vom Tierarzt für zwei Wochen entzündungshemmende Schmerzmittel, kurz Rimadyl.

Nach der Akupunktur und der medikamentösen Behandlung war erst einmal alles gut. Sie lief normal, konnte problemlos aufstehen und war auf den ersten Blick absolut beschwerdefrei. Leider aber nur auf den ersten Blick, denn Ende Februar kamen die Beschwerden langsam wieder zurück. Auf einmal konnte sie keine Treppen mehr steigen und war nicht mehr in der Lage alleine aufzustehen. Als wäre es damit nicht genug schrie sie vor schmerzen, sodass eine halbe Stunde später unser Tierarzt in der Tür stand und ihr eine Spritze gegen die Schmerzen gab. Ein paar Tage später hatten wir außerdem einen Termin in der Praxis um Kaya röntgen zu lassen. Einige können sich sicher vorstellen wie sehr so ein Hundemamaherz schmerzt, wenn das Fellknäul vor schmerzen schreit und man ihm aber nicht helfen kann, weil man ja in diesem Moment nicht weiß was los ist.

Am Tag des Röntgentermins hatte ich schon bei der Ankunft in die Praxis ein schrecklich ungutes Gefühl, was ich normalerweise nie habe, wenn wir mit Kaya zum Tierarzt gehen. Kaya bekam eine leichte Narkose und wurde dann geröntgt. Sie hat sich so sehr gegen das Einschlummern gewehrt, dass sogar noch einmal minimal nachdosiert werden musste. Nach guten fünf Minuten die mir persönlich wie eine gefühlte Ewigkeit vorkamen – welche Hundemama gibt schon verzweifelt ihren schlafenden Hund aus den Armen? – wurde ich in das Behandlungszimmer gebeten. Kaya lag auf dem Behandlungstisch und schlief immernoch tief und fest. Auf dem Bildschirm zeigte mir mein Tierarzt, den ich schon von klein auf kenne, dann das Röntgenbild und fing an mit den Worten: “ Ich weiß gar nicht wie ich dir das jetzt schonend beibringen soll, du siehst es wahrscheinlich schon selbst…“. Ja, ich sah es selbst. Kaya’s Hüfte entsprach nicht dem Bild, was man normalerweise von der Hüfte eines vierjährigen Hundes hat. Ganz und gar nicht. Das war dann der moment in dem mir die Tränen in die Augen schossen und ich zum ersten Mal seit langem einfach nur sprachlos war, denn innerlich ist eine Welt für mich zusammengebrochen und ich wusste zuerst nicht wie ich damit umgehen soll. Für mich stand aber definitiv fest, so wird diese Hüfte nicht bleiben! (Bitte entschuldigt die schlechte Qualität ich habe das Röntgenbild vom Monitor abfotografiert)


Vier Wochen nach der Diagnose, nachdem ich den ersten Schock etwas verdaut und ausgiebig recherchiert hatte wie man ihr am besten helfen kann, habe ich einen Termin für ein Beratungsgespräch in der Tierklinik in Hofheim gemacht. Wir wollten uns darüber informieren, wie man mit dieser Art von Krankheit am besten umgeht und welche Möglichkeiten wir haben, das ganze Behandeln zu lassen. Dass es aber tatsächlich so viele Möglichkeiten gibt war mir nicht wirklich bewusst. Von Goldimplantaten, über ein künstliches Hüftgelenk oder die Femurkopfresektion (Gelenkkopfentfernung des Oberschenkelknochens) bis hin zur Durchtrennung des Schmerzübertragenden Nervs in der Gelenkpfanne und noch vieles mehr. Zuerst hatten wir darüber nachgedacht, Kaya nacheinander zwei künstliche Hüftgelenke einsetzen zu lassen. Bei dieser Behandlung handelt es sich aber schon um einen größeren Eingriff und die Rehabilitationszeit beträgt pro Gelenk bis zu einem halben Jahr. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Kaya für ungefähr ein Jahr außer Gefecht gesetzt wäre. Was mir persönlich sehr lang erscheint und mit 3.500€ pro Gelenk auch eine sehr kostspielige Angelegenheit ist. Nicht, dass Kaya mir das nicht wert wäre – um Himmels willen, für mich ist sie unbezahlbar. Aber mit Risiken und allem was noch so dazu gehört, doch schon ein ganz schönes Päckchen was es da zu stemmen gilt. Von Goldimplantaten halte ich persönlich nichts, da sie in meinen Augen das eigentliche Problem nicht angehen. Das ist aber natürlich eine Sache der Einstellung beziehungsweise schlichtweg Geschmackssache.

Lange Rede kurzer Sinn. Letztendlich haben wir uns für die Femurkopfresektion, also die Entfernung des Gelenkkopfes des Oberschenkelknochens entschieden. Zuerst auf der linken Seite, da dieses Gelenk auch noch von Arthrose befallen ist, dann das Gelenk auf der rechten Seite. Bevor die Operation stattfinden kann, müssen oder sollten wir aber im besten Fall noch etwas Vorarbeit leisten. Als erstes muss Kaya noch ein wenig Gewicht verlieren, was überhaupt nicht schlimm ist, da sie sowieso ein wenig zu viel auf den Rippen hat. Wir haben mittlerweile schon 1kg geschafft! Von 16kilo Ursprungsgewicht sind wir nun schon bei 15kg angekommen (jede Woche 200 Gramm). Bis auf 14kg sollte sie aber noch kommen. Gleichzeitig muss sie in den Hinterbeinen mehr Muskulatur aufbauen. Das heißt für uns also laufen, laufen, laufen und andere Aktivitäten und Übungen, trotzdem müssen wir extrem aufpassen, dass sie sich nicht überanstrengt. Demnächst, wenn es noch etwas wärmer ist, wollen mit ihr zusätzlich noch schwimmen gehen, da das besonders gelenkschonend ist und ihr zusätzlich Spaß macht. Drückt uns also bitte alle Daumen und Pfötchen!

Doch wie sieht eigentlich die aktuelle Behandlung aus? Momentan bekommt Kaya einen Futterzusatz in Pulverform mit Grünlippmuschel, Gelatinehydrolisat und Bierhefe. Zusätzlich bekommt sie täglich eine Tablette „Traumeel“. Hierbei handelt es sich um ein homöopathisches Schmerzmittel, das bei ihr bis jetzt sehr gut anschlägt. Außerdem bekommt sie im zweiwöchigen Rhythmus täglich ein halbe Tablette Rimadyl, ein entzündungshemmendes Schmerzmittel. Bis jetzt klappt diese Therapie sehr gut und sie hat nicht ein einziges mehr gewinselt oder gar vor schmerzen geschrien. Lediglich der Anblick ihres Gangs ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig – oder wie Heidi Klum sagen würde: Dein Walk war nicht schön. Liebe Kaya, ich habe heute leider kein Foto für dich!“ Aber damit können wir fürs erste ganz gut leben.

Wir werden euch bezüglich der Behandlungen weiter auf dem laufenden halten und hoffen sehr, dass es euch nichts ausmacht, wenn sich auf dem Blog hier einiges verändern wird. Denn einige der Tricks die ich Kaya noch beibringen wollte, sind nur aufgrund ihrer Erkrankung leider nicht mehr möglich. Wir freuen uns über jeden Einzelnen, der uns auf diesem Weg begleiten möchte. Wer immer sofort informiert werden möchte, kann uns gerne bei Instagram @kaya.bordercorgi folgen, falls ihr das noch nicht tut. Dort poste ich fast täglich Updates zu allem was momentan gerade so anfällt.

Letztendlich hoffe ich natürlich auch, dass ihr uns nicht allzu böse seid, dass ich dieses Jahr auf unserem Blog nicht so aktiv war, wir ich es zuletzt angekündigt und versprochen hatte. Ich bin aber eigentlich ziemlich überzeugt davon, dass ihr Verständnis dafür habt.

Habt ihr mit eurem Hund auch schon solche Schockdiagnosen hinter euch ?

4 Gedanken zu „Schockdiagnose: Hüftdysplasie“

  1. Das ist natürlich ein Schock! Aber wie du schon geschrieben hast, gibt es heute ja glücklicherweise wirklich viele Möglichkeiten. Und meiner Meinung nach seid ihr in der Tierklinik Hofheim auch wirklich gut aufgehoben, meinen Hund habe ich damals sogar aus Katar dort eingeflogen, um die OP zu kontrollieren. Buddy lebt schon seit Welpenalter mit Femurkopfresektion, und das, obwohl er für eine solche OP recht groß ist. Er hat ein tolles Leben und begleitet uns bei allen Wanderungen und Abenteuern. Ich wünsche euch von Herzen alles Liebe und Gute für Kaya und euren weiteren Weg!

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  2. Mensch, das klingt ja so gar nicht gut bei euch! Aber ich hab da Vertrauen in die Tierklinik in Hofheim, von denen hab ich nur Gutes gehört.
    Mit Traumeel hab ich im „Pferdebereich“ auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich bin bei homöopathischen Mitteln immer etwas skeptisch gewesen, aber an meinem „Problempferd“ Mimi bin ich da eines besseren belehrt worden. Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass man kräutertechnisch gut mit einer Kombination aus Weiderinde und Mädesüß gegen Entzündungen im Gelenkbereich vorgehen kann.
    Und für den Fall der Fälle hab ich noch Flossen für dich übrig, für euer Wassertraining!
    Ich wünsche euch alles Gute und schön positiv denken! Man glaubt gar nicht, wie gut eine „Schreckensdiagnose“ auch wieder heilen kann ❤

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  3. Hallo Chrissey, wir haben für unseren Eddy eine ähnliche Diagnose bekommen. Die leichte Fehlstellung hat sogar aufs Kreuzband geschlagen. Ich würde dir jedoch empfehlen, vor einer OP, mal mit einem Hundepysiotherapeuten zu sprechen. Oft lassen sich gewisse Defizite mit gezieltem Muskelaufbau retten. Wir machen seit der Diagnose 2 mal im Monat Physio mit Unterwasserlaufband, Lasertherapie und haben auch praktische Übungen für zuhause mit an die Hand bekommen.
    Was soll ich sagen, unser Eddy hat seit dem keine Probleme mehr und wir sind um eine kostspielige und nicht immer Erfolgsversprechende Op herum gekommen.
    LG Farina

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