Hundeleben

Wachteln – Therapietiere für Kaya

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Hallo ihr Lieben.
Der ein oder andere hat es auf Instagram oder Facebook vielleicht schon entdeckt und sich gefragt ob wir noch alle Tassen im Schrank haben – wir sind auf die Wachtel gekommen! Natürlich nicht nur eine, sondern gleich vier dieser putzigen Vögelchen durften vor einiger Zeit in unserem Garten einziehen.
Doch warum haben wir uns ausgerechnet für Wachteln entschieden? Da muss ich jetzt leider etwas weiter ausholen. Wir wollten etwas relativ pflegeleichtes, was in unserem winzigen Garten genügend Platz findet und vor allem über Winter draußen bleiben kann, da wir in unserer Wohnung leider nicht genügend Platz haben. Außerdem sollten unsere Mitbewohner eine nicht zu extreme Geruchsentwicklung haben und sich von der Lautstärke her in einem wohngebiettauglichen Rahmen befinden, da unsere Nachbarn dezent überempfindlich sind – dazu aber später mehr. Natürlich wären auch Kaninchen möglich gewesen, jedoch hatte ich bedenken, dass diese innerhalb kürzester Zeit den Rasen in ihrem Freilauf auf links drehen würden. Als dann eine bekannte von ihren Zwergwachteln erzählte kam uns dann endlich die Erleuchtung. Es sollen Wachteln werden!

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Im Bezug auf Kaya mussten wir uns zum Glück überhaupt nicht einschränken, da sie keinen Jagdtrieb hat und – außer Katzen – keinem Tier etwas tut und sich die meiste Zeit auch nicht wirklich dafür interessiert. Im Internet habe ich mich dann ausgiebig in Foren und Gruppen über die verschiedenen Arten und die Haltung von Wachteln informiert. Aufgrund dessen haben wir dann noch eine kleine Planänderung durchgeführt und uns statt eines Zwergwachtelpaares (eine Zwergwachtel hat die Größe einer Mandarine) für Legewachteln (eine Legewachtel hat ungefähr die Größe einer Mango) entschieden. Der Grund ist der, dass Legewachteln in gleichgeschlechtlichen Gruppen gehalten werden können, sie brauchen also nicht zwingend einen Hahn. Zwergwachteln hingegen leben Monogam und man sollte sie immer nur paarweise halten. Da so ein Wachtelhahn aber für seine Größe extrem laut krähen kann, fiel die Entscheidung für eine Damen-WG von vier Legewachteln nicht sonderlich schwer.

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Ab dem Tag der Entscheidung ging dann alles ganz schnell. Wir bestellten einen Stall, bauten einen Freilauf und dann konnten unsere vier Damen auch schon bei uns einziehen. (Das Foto ist übrigens von Tag 1! Mittlerweile befinden sich im Freilauf viel mehr Versteck- und Beschäftigungsmöglichkeiten.) Dass es sich bei diesen vier Mädels um waschechte junge Legewachteln handelt, war uns spätestens bewusst als wir nach der Autofahrt in die Transportbox schauten und dort vier kleine gesprenkelte Eier herum kullerten. Ein netter Nebeneffekt, wenn man bedenkt, dass wir sie eigentlich nur aus Spaß an der Freude zu uns geholt hatten. Kaya war beim abholen natürlich auch dabei und schon vor dem großen Wachtelstall des Vorbesitzers total fasziniert. Sie wusste gar nicht, welche wachtel sie zuerst beschnuppern sollte. Diese Entscheidung wurde ihr dann aber abgenommen, als man ihr erst eine ausgewachsene Henne und dann noch ein Küken hinhielt um sie ausgiebig daran schnuppern zu lassen. Die Wachteln sind das in die Hand nehmen und Hunde übrigens gewohnt, von daher war das für die Tiere absolut kein Problem und sie waren dabei total entspannt.

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Zu Hause angekommen setzten wir die vier Damen, die wir übrigens auf die wunderschönen Namen „Heidi“, „Claudia“, „Meggy“ und „Elsa“ getauft haben, erst einmal in ihren Stall, damit sie sich von den Strapazen der 45 minütigen Autofahrt erholen konnten. Kaya saß den kompletten Rest des Tages vor dem Stall, beobachtete das Wachtelquartett beim Wuseln und scharren und drückte ihre Nase dabei so fest an den Maschendraht Zaun, dass ich zwischenzeitlich Angst hatte, dass auf der anderen Seite des Zauns kleine Hundenasen-Pommes herunterfallen. Mittlerweile leben die Vier nun seit knapp zwei Monaten bei uns und aus der Versorgung der Wachteln ist ein richtiges Ritual für Kaya und mich geworden. Jeden Morgen begleitet sie mich nach draußen, wenn ich die Wachteln aus dem Stall lasse, sie mit Futter und Wasser versorge und die Eier einsammle. Schließlich muss sie ja nachzählen ob alle vier noch da sind. Dabei geht sie unter Umständen sehr gründlich vor, was die Wachteln aber überhaupt nicht stört – im Gegenteil. Wenn Kaya ihnen einen Besuch abstattet, wuseln sie ihr durch die Beine und zupfen an ihrem Fell.

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Natürlich gab es auch schon – Überraschung! – unbegründet ärger mit den Nachbarn, da zur Zeit der Anschaffung eine Waldohreule mit ihren Küken in unserer Fichte hausierte und die Nachbarn dachten, die nächtlichen schreie kämmen von unseren vier gefiederten Ladies. Die Sache klärte sich zum Glück schnell auf aber mal im Ernst.. wie kommt man auf sowas? Klar, ich lasse meine Wachteln nachts immer raus, damit sie sich in die Fichte setzen können. Die gemeine Baumwachtel – wer kennt sie nicht? Spaß beiseite. Im großen und ganzen gestaltet sich die Wachtelhaltung mit Hund als absolut unkompliziert und wir konnten sogar an Kaya positive Veränderungen feststellen. Seit sie durch ihre Hüftdysplasie extrem eingeschränkt ist, konnten wir mehr und mehr feststellen, dass sie wie in eine Art „Depression“ verfällt. Sie ist extrem antriebslos geworden, liegt viel in ihrem Häuschen und macht einen sehr traurigen Allgemeinzustand. Seit die Wachteln aber bei uns eingezogen sind, hat sich das wieder schlagartig geändert, denn sie hat nun eine Aufgabe, bei der nicht sonderlich viel Ausdauer und Bewegung erforderlich ist. Wachteln bewachen und beobachten. Wir konnten innerhalb weniger Tage eine 180° Wende feststellen und quasi dabei zusehen wie sie wieder aufblüht. Sie ist wieder viel aktiver, immer draußen mit dabei und man sieht ihr in ihren Augen regelrecht an, wie glücklich sie wieder ist. Und das alles nur, wegen vier kleinen Vögelchen, die wir aus Spaß an der Freude angeschafft haben.

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10Solltet ihr Fragen zu unseren Wachteln oder allgemein zur Wachtelhaltung haben, lasst es mich in den Kommentaren gerne wissen und ich werde sie euch gerne beantworten. Ich überlege sogar, einen Art neuen Blogzweig mit den Wachteln anzulegen. Was würdet ihr davon halten?

 

 

Ein Gedanke zu „Wachteln – Therapietiere für Kaya“

  1. Schöner und interessanter Beitrag. Jaja, die lieben Nachbarn. Wie einfach wäre das Leben ohne….
    Es freut mich zu lesen, welch positiven Einfluss dir Wachteln auf Kaya haben. Ich wünsche euch weiterhin alles Gute und viel Gesundheit und gern mehr von den Wachteln 😀.
    LG Anja und Charly 🙋‍♀️🐶

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