Hüftdysplasie, Hundeleben

Kaya’s Femurkopfresektion 1/2

Hallo ihr Lieben

Viele von euch haben es bereits auf unserem Instagram Account verfolgt. Allerdings möchte ich hier noch einmal unsere Erfahrungen zu Kaya’s erster Femurkopfresektion zusammenfassen. Am 26. August war endlich der langersehnte OP-Termin in der Tierklinik Hofheim.Bereits vor der OP mussten aber Vorbereitungen getroffen werden. Kaya musste abnehmen und die wenigen Muskeln die noch übrig waren, mussten erhalten bleiben oder im Idealfall sogar mehr aufgebaut werden! Dies war mit speziellem Diätfutter und Konsequenz aber kein Problem und so brachte sie am Morgen des Termins erfreuliche 14 kg auf die Waage, der Umfang ihrer Hinterbeinchen blieb im Vergleich zur Voruntersuchung Anfang diesen Jahres aber nahezu unverändert. Wie es bei einer Operation üblich ist, musste sie an diesem Tag natürlich nüchtern sein und auch ihre Gelenktabletten blieben aus. Da geteiltes Leid aber halbes Leid ist, habe ich mich an diesem Tag ebenfalls dazu entschieden nichts zu frühstücken um sie nicht noch mehr zu quälen. Zuerst mussten wir mit Kaya noch einmal zur Voruntersuchung. Ihre Gelenkbeweglichkeit wurde untersucht, sie wurde vermessen, musste noch einmal unter den strengen Augen unserer Ärztin laufen und wir wurden noch einmal über den genauen Ablauf der Operation aufgeklärt. Mit einem Pager bewaffnet haben wir uns dazu entschieden auf dem Gelände vor der Klinik im Schatten zu warten, um Kaya’s Stresslevel so niedrig wie möglich zu halten. Kurz nach 13 Uhr wurden wir dann hereingerufen und mussten Kaya abgeben, damit sie für die OP fertig gemacht werden konnte.

Vermutlich kann es jede Hundemama nachvollziehen, dass in diesem Moment bei mir eine Menge Tränen geflossen sind. Ich wäre lieber bei ihr geblieben, bis sie tief und fest geschlafen hätte. Leider war das aber nicht möglich und es hieß für Herrchen und mich warten. Erst um 18 Uhr durften wir sie wieder abholen und so verbrachten wir die vier endlosen Stunden im Frankfurter Zoo. Um mich ein wenig abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen. Bereits um 16:30 machten uns aber langsam auf den Rückweg, in der Hoffnung, Kaya schon früher mach Hause holen zu können. Tatsächlich konnte ich sie aber erst gegen 19:00 Uhr in Empfang nehmen. Die größte Überraschung an diesem Tag? Sie kam mit putzmunter entgegengelaufen! Auf allen vier Pfoten! Ganz ehrlich – ich konnte meinen Augen nicht trauen und war im ersten Moment wie versteinert. Eigentlich hatte ich damit gerechnet, dass man sie zu uns tragen würde. Aber nein.. die Hexe war quietschvergnügt und nackt. Ihr komplettes Beinchen war kahl rasiert und erstrahlte in leuchtendem schweinchenrosa mit einer großen dunkelroten Narbe mitten auf dem Oberschenkel.

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Passend zu diesem unschönen Anblick fing es dann zu allem übel auch noch wie aus Eimern an zu regnen und Herrchen musste mit dem Auto bis vor den Klinikeingang fahren, da die OP Narbe nun zwei Wochen kein Wasser abbekommen durfte. Zu Hause angekommen konnte ich mich in der ersten Nacht über ganze zwei Stunden Schlaf freuen. Kaya war sehr unruhig, wusste nicht wie sie sich hinlegen sollte und wechselte im Minutentakt ihre Liegeposition. Nachdem sie den großen Kragen dann auch noch so zusammengefaltet hatte, dass sie aussah wie ein flauschiger Taco und mich hilflos und flehend anstarrte damit ich ihr dieses Teil abnehme, war meine Nachtruhe ganz dahin. Ab diesem Moment hieß es Wache halten und aufpassen, dass sie nicht auf die tolle Idee kommt, an der Narbe herumzuknibbeln. Morgens muss ich dann ausgesehen haben, wie ein überfahrener Iltis aber das ist in Ordnung – Hauptsache dem Hund geht’s gut!  Ab Tag zwei verlief der Heilungsprozess kontinuierlich großartig. Die Schmerzmittel wurden immer weiter reduziert und sie lief dennoch, brav auf allen vier Beinchen. Sogar die Haare wuchsen bereits wenige Tage nach der Operation langsam wieder nach!

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Bereits zwei Wochen nach der OP konnten wir dann langsam mit der Physiotherapie beginnen. Einmal die Woche fuhren wir nun in die Tierklinik Hofheim, wo sie anfangs Massagen bekam, um die Verspannungen durch die Fehlbelastung zu lösen und mittlerweile tapfer auf dem Unterwasserlaufband marschiert.

Doch was wurde eigentlich genau bei der OP gemacht?

Bei der Femurkopfresektion wird der Gelenkkopf des Oberschenkelknochens abgetrennt  und entfernt. Dadurch kann keine schmerzhafte Reibung mehr zwischen dem Gelenkkopf und der Gelenkpfanne entstehen. Der Hund ist nachdem alles komplett verheilt ist also schmerzfrei. Zusätzlich bildet der Körper mit Hilfe von Narbengewebe eine Art Ersatzgelenk. Baut der Hund dann zusätzlich noch genügend Muskulatur auf – so wie wir es bei Kaya übrigens Glücklicherweise geschafft haben, sie hat sogar jetzt bereits mehr Muskulatur als vor der OP – wird der Hund in seiner Bewegung nicht beeinträchtigt. Das „Gelenk“ bleibt weiterhin beweglich und es ist so möglich wieder ganz normal zu laufen oder zu springen.

Mittlerweile sind zwei Monate vergangen und wir konnten feststellen, dass Kaya wieder enorme Lebensfreude zurückgewonnen hat. Sie ist wieder sehr aktiv, springt ohne Anlauf aufs Sofa, rennt wie ein geölter Blitz durch den Garten, will wieder spielen und schwimmen gehen. Auch, wenn erst 50% unseres Weges geschafft sind – schließlich muss die rechte Seite auch noch gemacht werden – habe ich wieder einen großen Teil meines alten durchgeknallten Hundes zurückbekommen. Und wenn ich so darüber nachdenke, wie viel Lebensfreude Kaya dadurch zurückgegeben wurde, bekomme ich schon wieder Pipi in die Augen und freue mich Wahnsinnig, diesen Schritt gemacht zu haben. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die Operation auf der rechten Seite genauso gut verlaufen wird und dass wir mit Kaya Mitte 2020 dieses Kapitel hinter uns lassen können.

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Zu guter letzt noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön an Frau Dr. Paul und das liebe Team der Tierklinik Hofheim! Ihr habt großartige arbeit geleistet! Und selbstverständlich auch an all die lieben Menschen, die das ganze auf unseren Socialmediakanälen verfolgt, uns dort unzählig viel Mut zugesprochen und Kaya die Daumen gedrückt haben! Danke, Danke, Danke !

Sollte jemand von euch übrigens auch über solch eine Operation bei seinem Hund nachdenken und hat noch Fragen zum Ablauf oder was auch immer euch einfällt, könnt ihr mir diese Fragen natürlich selbstverständlich alle stellen und ich werde sie, so gut ich kann, beantworten.

 

Ein Gedanke zu „Kaya’s Femurkopfresektion 1/2“

  1. Hatte beim Lesen glasige Augen und ich kann dich so gut verstehen. Ich wünsche euch von Herzen alles alles Gute und finde es immer wieder toll, dass es solche Hundemenschen gibt 👍. Euch ganz viel Kraft, 2020 kann nur besser werden.
    LG Anja und Charly 🙋‍♀️🐶

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