Erziehung · Hundeleben

Wie ich meinen Hund für’s Spielen begeistert habe und warum das überhaupt nötig war

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Hallöchen ihr Lieben Ich bin vor einigen Tagen in einer kurzen Unterhaltung mit Achim, von Theo, du glaubst es nicht wieder auf ein sehr trauriges Thema gestoßen. Ein Thema, das ich eigentlich schon wieder aus den Augen verloren hatte, auch wenn Kaya selbst davon betroffen war. Es ging um Hunde – speziell Tierschutzhunde – die nie gelernt haben richtig zu spielen. Die nicht einmal wissen, was sie mit einem Ball anfangen sollen. Was irgendwie sehr seltsam klingt und eigentlich nicht wirklich vorstellbar ist, ist aber ein Problem mit dem einige Hundebesitzer konfrontiert werden. Als wir Kaya aus vom Tierschutzverein von Teneriffa zu uns holten war sie ungefähr ein halbes Jahr alt. Eigentlich das perfekte alter um damit zu rechnen einen verspielten Junghund zu sich zu holen. Fehlanzeige! Kaya wurde – wie ihr vielleicht hier schon gelesen habt – mit ihren Geschwistern in einem ausgetrockneten Kanal gefunden. Da waren die drei erst wenige Wochen alt. Entsorgt – wie man es mit vielen Hunden in diesen Ländern so macht. Kaum gefunden, landete Kaya in der Tierklinik und anschließend im Tierheim. Dass sich die Pfleger dort nicht jedem einzelnen Tier die Aufmerksamkeit schenken können, die es braucht erklärt sich von selbst, denn diese Menschen tun bereits ihr Bestmögliches. Doch wie soll ein Hund, der vorher kaum Zuneigung erfahren, geschweige denn kennenlernen durfte, was es heißt, wenn der Mensch sich mit ihm beschäftigt wissen, was Spielen ist? Genau dieses Phänomen hat mich, nachdem ich verstanden habe warum Kaya ihren Spielsachen trotz unzähliger Versuche null Beachtung schenkte, so unendlich traurig gemacht. Wir haben uns dann dazu entschlossen dagegen schnellstmöglich vorzugehen und sie nach und nach immer mehr an ihre Sachen gewöhnt. Beispielsweise haben wir einen Tennisball genommen und  diesen an der Naht geöffnet um Leckerli hinein zu füllen. Diese konnte sie dann nur herausholen, indem sie dem Ball hinterher lief und anfing darauf herumzukauen. Tat sie das, folgte eine wahre Lobeshymne von uns und wir haben uns riesig mit ihr gefreut dass sie ihre Leckerli gefunden hatte. Als wir merkten, dass sie immer mehr gefallen daran fand, ließen wir die Leckerli irgendwann weg und lobten nur noch wie wild drauf los wenn sie dem Ball hinterher lief. Mit der Zeit konnten wir feststellen, dass sie immer mehr gefallen daran fand und sichtlich Spaß hatte – sehr zur Freude von Herrchen und Frauchen. Nach und nach probierten wir andere Spielzeuge aus und auch da lief sie gegen unsere Erwartungen hinterher und rannte dann damit stolz durch die ganze Wohnung. Immer begleitet von Lob und Freude der Zweibeiner. Das ganze ist nun schon über zwei Jahre her und mittlerweile hat sie unzählige Spielzeuge, welche alle immer mal im Gebrauch sind. Tennisbälle und ihren Stofftiger mag sie aber mit Abstand am liebsten! Insgesamt hat es ungefähr ein halbes Jahr gedauert bis Kaya das erste mal selbstständig einen Ball gebracht und ihn geworfen haben wollte oder bis sie sich selbstständig und alleine mit ihren Sachen beschäftigt hat. Wer also auch einen Hund zu Hause haben sollte, der das Spielen nie gelernt hat.. habt Geduld mit euren Flauschnasen! Man lernt nichts von heute auf morgen.

Habt ihr dieses Phänomen bei Hunden aus dem Tierschutz auch schon einmal erlebt? Wie seid ihr damit umgegangen?

27 Kommentare zu „Wie ich meinen Hund für’s Spielen begeistert habe und warum das überhaupt nötig war

  1. Ein sehr schöner Post mit einer so traurigen Wahrheit… Was muss Kaya nur schlimmes wiederfahren sein, damit sie nicht wusste wie man spielt :/
    Ich finde es toll, dass du dir einen Tierschutzhund geholt hast und nicht so ein Überzüchtetes Tier. Und es ist wundervoll was für ein schönes zuhause du ihr bietest! Mit diesem Post schenkst du sicher vielen Leuten mit ähnlichen Problemen Hoffnung 🙂

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  2. Mein Bobby ist auch ein Hund, der nicht spielen mag. Er kommt aus Rumänien und ist auch schon etwas älter. Ich bin auch manchmal etwas entäuscht darüber, dass er so gar kein Interesse an Spielsachen hat. Aber ich werde es weiter versuchen.
    LG Bettina

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    1. Oh wie schade… 😦 Aber deine Einstellung finde ich sehr gut! Immer weiter versuchen und nicht aufgeben! Denn auch wenn es nicht klappt spürt Bobby, dass er in diesem Moment deine volle Aufmerksamkeit hat. Und für einen Hund gibt es ja kaum etwas schöneres! 🙂
      Liebe Grüße

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  3. Ich habe da schon oft von gehört, das Tierschutzhunde leider keinen Spaß am Spiel haben. Erlebt habe ich dies noch nie.
    Man will sich gar nicht vorstellen, was die arme Kaya vorher schon alles erlebt hat. 😦 Gut dass sie euch hat und nun das Spielen erlernt hat. ♥ Und die Idee mit dem präparierten Tennisball ist echt super. 🙂

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    1. Ja das stimmt.. ich will wirklich nicht wissen, was Kaya schon durchmachen musste, bevor sie gefunden wurde. 😦 Deshalb bekommt sie auch jetzt die doppelte und dreifache Liebe und Aufmerksamkeit damit sie die ersten sechs Monate ihres Lebens schnell vergisst. 🙂 ♥

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  4. Unsere Kayla (1 Jahr Amstaff aus schlechter Haltung) hat es auch nicht gekannt, aber unser anderer Hund (Shaggy, Mischling 9 Monate) zeigt ihr was man damit macht.
    Nach knapp 2 Monaten bei uns haben wir dadurch schon ganz gute Fortschritte gemacht. Schnüffelteppich, Hütchenspiele oder ein gefüllter Kong (jaaa alles mit Leckerlis klappt gut) freut sie sich schon darauf.
    Mit uns 2beinern spielt sie am liebsten zerrspiele….na und Balli werfen werden wir auch noch hinbekommen 🙂

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    1. Das hört sich doch super an. 🙂 Sie beschäftigt sich sowohl mit Artgenossen, sich selbst und mit euch. Einfach mal wie oben beschrieben den Ball befüllen (die gibt es bei Fressnapf z.B. schon fertig zu kaufen) dann sollte es klappen wenn sie auf Leckerli so fixiert ist. 🙂 Viel Glück!

      Liebe Grüße

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  5. Wir haben auch einen Hund aus dem Tierschutz (ein Rumäne). Bei ihm ist es auch sehr schwierig, ihn zum Spielen zu animieren. Tatsächlich klappt es nur, wenn Leckerchen im Spiel sind. Besonders gut klappt es bei uns mit dem großen Kong. Da wird was drin versteckt und er rollt den dann durch die ganze Wohnung. Was auch geht, sind Intelligenzspielzeuge aus Holz, die mit Leckerchen gefüllt werden. Kuscheltiere und Co. werden bloß kurz angeknappert, dann vergeht das Interesse ganz schnell. Ich werde das mit dem „Befüllen“ von Tennisball und Kuscheltier aber auf jeden Fall mal ausprobieren. Wäre ja schön, wenn sein „Spielerepertoire“ sich erweitern würde 😉

    Herzliche Grüße!

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    1. Na immerhin habt ihr ihn schon dazu animieren können überhaupt zu spielen, das ist ja der wichtigste Schritt von allen. 🙂 Alles danach ist eine Frage der Gewohnheit oder des passenden Lockmittels. 🙂 Den Trick mit dem gefüllten Ball kann ich nur empfehlen, der hat bei Kaya super funktioniert. Und mit Stofftieren kann ich den Tipp geben und dieses eine Zeit lang im Hundekörbchen zu platzieren. Wenn es nach ihm riecht wird er sich vielleicht eher trauen damit zu spielen als wenn es nach Herrchen/Frauchen oder nach „Neu“ riecht. Manche Hunde haben vielleicht Angst sie bekommen geschimpft wenn sie damit spielen. Schließlich sind Klamotten, Kissen und und und ja auch tabu. 🙂 So hat Kaya ihr erstes Stofftier damals nach wenigen Tagen auch ohne Probleme angenommen. 😀

      Liebe Grüße

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  6. Oh ja, das Problem kenne ich auch😥
    Wir haben unseren Portugiesen aber mittlerweile auch soweit das wir spielen können…aber nur in der Wohnung. Draußen wird wieder jegliches Spielzeug ignoriert, schade eigentlich!
    Viele Grüße Bine

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    1. Hallo Bine. 🙂 Immerhin habt ihr sie schon so weit, dass sie überhaupt spielt. Mit ein bisschen Geduld schafft ihr es sicherlich auch noch draußen ihr Interesse dafür zu wecken. Ich drücke euch ganz fest die Daumen. 🙂
      LG

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  7. Auch wenn es traurig ist, aber es gibt anscheinend doch mehr Hunde, die nicht spielen, außer meiner Wendy! Ich habe sie mit ca. 15 Monateb bekommen und auch bei ihr: Spielen 0!! Ich dachte erst sie wird es sich vom Hund meiner Tochter abgucken, die ist ballverrückt! Aber nein, ich werde es weiter versuchen und hoffe, dass es irgendwann „klick“ macht.
    LG Hanne

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    1. Das ist sehr schade, dass sie sich von dem anderen Hund nichts abguckt. Bei Kaya hat das ein wenig geklappt, da der Hund meiner Mutter ebenfalls ein totaler Ballfanatiker ist. Allerdings hat es bei Kaya auch über ein Jahr gedauert bis sie generell anfing sich gewisse Dinge von Eddy abzuschauen. Da hatte sie dann von selbst schon Gefallen am Ball gefunden. Vielleicht kommt das bei Wendy ja noch. 🙂
      LG

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  8. Das Phänomen hab ich mit unserer Tierschutzhündin auch erlebt. Faye kommt ursprünglich aus Rumänien und hat dort wohl ca. 1 Jahr auf der Straße gelebt. Die erste Zeit bei uns bestand allerdings darin ihr zu zeigen, dass Menschen gut sein können und nicht immer versuchen sie zu fangen. Aber auch spielen konnte sie nicht, hatte sie ja nie gelernt. Unsere ersten Spielversuche bestanden darin einem Handtuch hinterher zu hüpfen, das über den Boden gezogen wurde, weil das das erste war, auf das sie reagiert hat. Wir haben zusätzlich auch einen mit Futter gefüllten Dummy verwendet, den sie auch immer noch sehr liebt. Inzwischen spielt sie auch mit Bällen und Plüschtieren und ist im Ganzen eine sehr aufgeweckte und fröhliche Hündin geworden 🙂

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    1. Freut mich sehr, dass sie doch noch das Spielen für sich entdeckt hat. 🙂 Ich finde es super, dass ihr nicht aufgegeben habt und nun ja auch schließlich mit Erfolg belohnt wurdet.
      Kaya’s erster Gegenstand der ihr Interesse am Spielen geweckt hatte, war übrigens ein Handschuh. Die klaut sie heute noch mit großer Begeisterung. Ganz egal ob Putz- oder Winterhandschuh. 🙂
      LG

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